Die Diözese Rottenburg-Stuttgart engagiert sich für einen besseren Schutz vor sexuellem Missbrauch.

Willkommen auf der Seite der Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz!

Hier finden Sie Informationen zur Prävention von sexuellem Missbrauch in unserer Diözese und darüber hinaus. Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene sollen in unseren Gemeinden und Einrichtungen einen sicheren Ort erleben. Viele Haupt- und Ehrenamtliche in Gemeinden und Einrichtungen arbeiten täglich an diesem Ziel. Wir haben uns auf diesen Verhaltenskodex verpflichtet.

Wenn Sie meinen, dass der Schutz von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen aktuell oder in der Vergangenheit nicht gelungen ist, teilen Sie uns dies bitte mit! Hier finden Sie Hilfe und die Ansprechpersonen der Diözese.

„Anrufen hilft!“ Kinderschutz in Zeiten von Corona

Unser aller Zusammenleben wird in diesen Tagen durcheinander gerüttelt und auf den Kopf gestellt. Von vertrauten Freund*innen und Kolleg*innen, auch von den Großeltern sind wir getrennt, mit unseren engsten Familienmitgliedern leben wir dagegen so nah zusammen wie lange nicht. Für Kinder und Jugendliche, die von sexuellem Missbrauch betroffen oder bedroht sind, kann die Schließung von Einrichtungen und Schulen und die gleichzeitige Ausweitung der digitalen Kommunikation Chancen und Risiken bedeuten. Sie brauchen – wie immer – Erwachsene, die sich für ihren Schutz verantwortlich fühlen.

  • Kinder, die bisher in einer Einrichtung, in Schule oder Freizeitaktivitäten sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind, können jetzt etwas durchatmen. Der übergriffige Mensch erreicht sie jedenfalls nicht mehr persönlich.
    Vielleicht finden diese Kinder jetzt den Mut, sich jemandem anzuvertrauen – allerdings vermutlich vorsichtig und vielleicht nur verschlüsselt. („Der/die … ist manchmal so komisch.“) Für eine Mutter oder einen Vater kann das ein Schock sein.

Alle Vertrauenspersonen sollten folgende Grundregeln beachten:

  • Ruhe bewahren und nicht überstürzt handeln!
  • Aufmerksam zuhören und die Aussage des Kindes ernst nehmen.
  • Die Botschaften geben: „Du bist nicht schuld. Gut, dass du dich mitgeteilt hast!“
  • Keine unerfüllbaren Versprechen geben.
  • Kurz und sachlich notieren: Wer sagt oder tut was in welcher Situation?
  • Weitere Schritte mit dem Kind besprechen.
  • Keine Informationen an die/den Verdächtigte/n geben!
  • Eigene Grenzen achten und sich selbst Hilfe holen.

Hilfe für Betroffene und Vertrauenspersonen gibt es per Telefon und im Internet:
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch 0800 22 555 30
www.save-me-online.de

Auch viele Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt sind telefonisch und online erreichbar. Die Liste der Beratungsstellen auf dem Gebiet der Diözese Rottenburg-Stuttgart finden Sie hier.

  • Häufig findet sexueller Missbrauch aber auch innerhalb der Familie statt. Diese betroffenen Kinder und Jugendlichen sind jetzt dem Täter oder der Täterin stärker ausgeliefert.

Möglicherweise schicken die Betroffenen bei kurzen Begegnungen oder auf digitalen Wegen Signale, dass es ihnen nicht gut geht.
Bitte gehen Sie darauf ein und zeigen Sie, dass Sie trotz der räumlichen Distanz für das Kind/ den Jugendlichen da sind! Dann gilt das Gleiche wie oben ausgeführt (Grundregeln etc.).

Anrufen hilft! 0800 22 555 30

  • Die digitale Kommunikation hilft derzeit, Schule und Arbeit aufrechtzuerhalten. Es gibt aber auch viel Leerlauf, den Kinder und Jugendliche z.B. bei Online-Spielen verbringen. Dort sind leider auch Pädokriminelle schon lange unterwegs. Die Täter*innen im Internet haben es momentan besonders leicht. In Chats und Foren erschleichen sie sich das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen. Fast jeder 2. Jugendliche wird im Internet sexuell angemacht.

Gute Informationen und hilfreiche Tipps zum Schutz der Minderjährigen finden Sie auf der Seite von „Innocence in Danger e.V.“.

 

  • Personen mit sexuellen Phantasien gegenüber Kindern oder zu Gewalttaten neigende Personen, die nicht übergriffig werden wollen, können die

    Bundesweite kostenfreie Hotline der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. nutzen:
    0800 70 222 40 (Montag bis Freitag, jeweils 9.00-18.00 Uhr)
    www.bevor-was-passiert.de
     

  • Für alle möglichen Notlagen finden Eltern auf der Seite www.elternsein.info eine Übersicht an professionellen und ehrenamtlichen Beratungsmöglichkeiten per Telefon oder Online-Beratung in der Corona-Krise.
    Selbstverständlich stehen auch die Krisendienste der Jugendämter und die Polizei (110) für Beratung und notfalls schnellen Schutz von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung.

Kommen Sie gut durch diese besondere Zeit und passen Sie auf sich und die Kinder und Jugendlichen auf!

Sabine Hesse, Präventionsbeauftragte, 24.03.2020

Flächendeckende Präventionsfortbildungen ... warten, bis die Corona-Krise vorbei ist.

Mit einem neuen Gesetz und vielen Ressourcen startet die Diözese ein Programm, mit dem viele tausend haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die für Kinder und Jugendliche oder erwachsene Schutzbefohlene verantwortlich sind, über sexuellen Missbrauch und Präventionsmöglichkeiten fortgebildet werden. Das neue Bischöfliche Gesetz über Fortbildungen zur Prävention von sexuellem Missbrauch, das am 04. November 2019 in Kraft getreten ist, regelt die Anforderungen, Zuständigkeiten und Ressourcen genau.

Bis Ende 2023 sollen alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die direkt oder indirekt für Kinder und Jugendliche oder erwachsene Schutzbefohlene verantwortlich sind, an einer „Basis-Fortbildung“ über sexuellen Missbrauch und Prävention teilgenommen haben.

Dies geschieht in drei Formaten (6 Stunden, 3 Stunden oder 1,5 Stunden), abhängig von der Nähe zu den Schutzbefohlenen in der Arbeit oder der Höhe der Verantwortung für sie.

Hierfür stellt die Diözese 1,2 Millionen Euro für Honorare und weitere Zuschüsse bis Ende 2023 bereit.

Die Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz kann den Trägern rund 60 fachlich qualifizierte Personen für die Fortbildungsveranstaltungen vermitteln.

Nach den Basis-Fortbildungen sollen alle Mitarbeitenden im Abstand von fünf Jahren an einer Auffrischungs- oder Vertiefungsfortbildung nach eigener Wahl teilnehmen. So wird verankert, dass die Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch und Präventionsmaßnahmen nachhaltig wirkt.

Was ist sexueller Missbrauch? Was kann ich tun?

Wo kommt sexualisierte Gewalt vor? Wer sind die Opfer, die Täter? Woran kann man sexualisierte Gewalt erkennen? Wie soll man in der Diözese Rottenburg-Stuttgart dagegen vorgehen? Das Informationsvideo gibt Antworten.

Neuerscheinung: "Machtmissbrauch in der katholischen Kirche. Aufarbeitung und Prävention sexualisierter Gewalt."

Dieses Buch, herausgegeben von Prof. Dr. Julia Gebrande (Esslingen) und Claudia Bowe-Traeger (Hildesheim), beinhaltet eine Sammlung von Texten, die sich mit sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche aus unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen. Es kommen sowohl Betroffene als auch Expert*innen von innerhalb und außerhalb der Kirche zu Wort. Sabine Hesse beschreibt in ihrem Beitrag die Entwicklung und Herausforderungen der kirchlichen Präventionsarbeit.

Weitere Beiträge von Julia Gebrande, Claudia Bowe-Traeger, Peter Mosser und Gerhard Hackenschmied, sowie Matthias Pulte.

100% für Beratung!

In Deutschland gibt es ca. 350 Fachberatungsstellen, die auf das Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend spezialisiert sind. Die Mitarbeiter*innen dort unterstützen, begleiten und beraten viele Betroffene auf ihrem Weg und leisten unverzichtbare Arbeit, oft auch in der Prävention. Doch viele arbeiten unter unsicheren Bedingungen und notwendige Gelder fehlen. Deswegen unterstützen wir die Kampagne „100% für Beratung!“

Fundstücke rund um sexuellen Missbrauch und Prävention

Einfach mal auf neue Ideen kommen? Hier haben wir einige Empfehlungen zum Nachlesen und Nachmachen gesammelt.