Die Diözese Rottenburg-Stuttgart engagiert sich für einen besseren Schutz vor sexuellem Missbrauch.

Willkommen auf der Seite der Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz!

Hier finden Sie Informationen zur Prävention von sexuellem Missbrauch in unserer Diözese und darüber hinaus. Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene sollen in unseren Gemeinden und Einrichtungen einen sicheren Ort erleben. Viele Haupt- und Ehrenamtliche in Gemeinden und Einrichtungen arbeiten täglich an diesem Ziel. Wir haben uns auf diesen Verhaltenskodex verpflichtet.

Bischof Dr. Gebhard Fürst:
„Als Kirche tragen wir eine besondere Verantwortung für die jungen Menschen und alle Schutzbefohlenen, die uns anvertraut sind. In der Nachfolge Jesu hat die Kirche den Auftrag zu heilen, zu versöhnen und dazu beizutragen, dass das Leben gelingt. Denn zu unserem Heil hat Jesus Christus gelebt, ist gestorben und auferstanden. Eine gute Präventionsarbeit kann dazu beitragen, dass wir dieser Verantwortung intensiv nachkommen. Sie ist die Grundlage, dass sich die schrecklichen Taten der Vergangenheit in Zukunft nicht wiederholen.”
(Aus der Präambel der Präventionsordnung der Diözese Rottenburg-Stuttgart 2015)

Wenn Sie meinen, dass der Schutz von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen aktuell oder in der Vergangenheit nicht gelungen ist, teilen Sie uns dies bitte mit! Hier finden Sie Hilfe und die Ansprechpersonen der Diözese.

18. November: Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs

Papst Franziskus hat angeregt, jährlich einen Gebets- und Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs zu begehen. Für Deutschland haben die Bischöfe festgelegt, dass dieser von den Kirchengemeinden rund um den 18. November begangen werden sollte, an dem zugleich der "Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch" ist.

"Wir klagen vor dir über die Gewalt, die Täter ihren Opfern an Leib und Seele antun, über zerstörtes Leben, das oft niemand wieder gut machen kann. Du unser Gott, höre unsere Klage. ..."
Ein Gebet und Vorschläge für Fürbitten finden Sie hier auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz.
Hier ein Interview mit der Verfasserin des Gebets, der Rottenburger Präventionsbeauftragten Sabine Hesse.

Erläuterungen und Hintergründe zum 18.11. haben die Präventionsbeauftragten aus Mainz, Trier und Rottenburg-Stuttgart 2016 in der Broschüre "Kinder haben Rechte" veröffentlicht.

Zu Aspekten der Seelsorge für Betroffene von sexuellem Missbrauch lohnt sich der Blick auf die Selbsthilfe-Plattform "GottesSuche. Glaube nach Gewalterfahrungen".

Qualifikation als Fortbildungsreferent/-in zur Prävention von sexuellem Missbrauch

Für unsere geplanten flächendeckenden Präventionsfortbildungen suchen wir Fortbildungsreferent/-innen.

Von Januar bis Juli 2019 bieten wir dazu eine dreiteilige Qualifikationsmaßnahme an. Dieses Angebot richtet sich an pädagogische und pastorale Mitarbeiter/-innen mit wenig Vorkenntnissen, aber großem Interesse, als Fortbildungsreferent/-in tätig zu werden.

Termine:
1. Modul: 22. – 24. Januar 2019, Untermarchtal: „Sexuelle Gewalt: Blick auf die Betroffenen und die TäterInnen“

2. Modul: 21. – 23. März 2019, Christkönigshaus Stuttgart: „Sexuelle Gewalt: Besondere Kontexte, Krisenintervention und institutionelle Prävention“

3. Modul: 15./16. Juli 2019, Kloster Schöntal: Reflexion und Vertiefung
(Nach dem 2. Modul sollen schon selbst Veranstaltungen durchgeführt werden, die hier reflektiert werden.)

Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf!

MHG-Studie und Reaktionen

Die sog. MHG-Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“, enthält eine Fülle von Informationen und Hinweise auf Veränderungsbedarf in der katholischen Kirche.

Zur Präventionsarbeit halten die ForscherInnen u.a. fest:

"Die Bemühungen der katholischen Kirche um eine gute Präventionsarbeit sind zu begrüßen und können in Teilen als Modell für andere Institutionen dienen." (S. 13)

Aber auch:

"Insofern erscheint eine strukturelle und quantitative Aufwertung der Funktion der Präventionsbeauftragten notwendig. Auch der Ausbau partizipativer Ansätze und der verstärkte Einbezug von Betroffenen in die Präventionsarbeit erscheinen geboten. Diese Aufgabengebiete sind als übergreifende Thematiken aller relevanten Hierarchieebenen der Diözesen und der katholischen Kirche zu begreifen und nicht als alleiniges Verantwortungsgebiet der Präventionsbeauftragten.
Insbesondere dürfen bisherige anerkennenswerte Bemühungen auf dem Feld der Präventionsarbeit nicht als Alibi genutzt werden, um die Auseinandersetzung mit strukturspezifischen Themen der katholischen Kirche, die für sexuelle Missbrauchshandlungen von Klerikern bedeutsam sind, zu überdecken oder zu vermeiden." (S. 210)

Reaktionen auf die Studie aus unserer Diözese:

* Ordinariatsrätin Dr. Irme Stetter-Karp schreibt in der Zeitschrift "neue caritas" 19/2018 unter der Überschrift "An die Strukturen gehen":
"Wir wissen aus der Aufarbeitung der Heimerziehung: Die Zeit heilt keine Wunden. Das ist schmerzlich anzuerkennen. Doch wer jetzt die Augen vor der Wirklichkeit verschließt, läuft Gefahr, die Zukunft zu verspielen. Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde."

* Pfarrer Stefan Spitznagel schreibt im Gemeindebrief der Kirchengemeinde Zur Heiligen Familie, Marbach: "Als Pfarrer schäme ich mich für unsere Amtskirche." Hier sein Kommentar zu den innerkirchlichen Ursachen des sexuellen Missbrauchs und möglichen Perspektiven.

* Die Aktionsgemeinschaft Rottenburg, eine Priestersolidaritätsgruppe in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, hat am 26.10.2018 einen Brief an Bischof Dr. Fürst und den Diözesan- und Priesterrat verfasst, in dem sie schreibt: "Wir sehen in erster Linie drei Bereiche, in denen dringend etwas geschehen sollte:
- die Machtstruktur in unserer Kirche samt der fehlenden Gewaltenteilung,
- die Frage der Zugangswege zum kirchlichen Amt,
- die Frage der Bewertung der Homosexualität."

* Pfarrer Paul Schobel: "Anstöße" im SWR am 22.10.2018:
https://www.kirche-im-swr.de/?page=manuskripte&id=27412

* Pfarrer Thomas Steiger: "Sonntagsgedanken" im SWR am 21.10.2018:
https://swrmediathek.de/player.htm?show=5f7cc990-d500-11e8-9a07-005056a12b4c

* Der Stadtdekan von Stuttgart, Dr. Christian Hermes, äußerte sich am 09.10.2018 in einem Interview:
https://www.kath-kirche-stuttgart.de/service/journal/detail/verantwortung-darf-nicht-weiter-verschleiert-und-spiritualisiert-werden/

* Priester und das pastorale Personal im Dekanat Reutlingen äußern Mitgefühl für die Opfer und Sorge um die enttäuschten Gläubigen und fordern grundlegende Konsequenzen (27.09.2018):
https://dekanat-reutlingen.drs.de/aktuell/ansicht/news/detail/News/abscheuliche-verbrechen-9898.html

* Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart, forderte am 25.09.2018 neben achtsamem Umgang mit den Missbrauchsopfern und Prävention auch neue Machtstrukturen in der Kirche.  In seiner Sitzung am 28./29.09.2018 beschäftigte sich der gesamte Diözesanrat mit der Studie.

100% für Beratung!

In Deutschland gibt es ca. 350 Fachberatungsstellen, die auf das Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend spezialisiert sind. Die Mitarbeiter*innen dort unterstützen, begleiten und beraten viele Betroffene auf ihrem Weg und leisten unverzichtbare Arbeit, oft auch in der Prävention. Doch viele arbeiten unter unsicheren Bedingungen und notwendige Gelder fehlen. Deswegen unterstützen wir die Kampagne „100% für Beratung!“

Fundstücke rund um sexuellen Missbrauch und Prävention

Einfach mal auf neue Ideen kommen? Hier haben wir einige Empfehlungen zum Nachlesen und Nachmachen gesammelt.

Informationsvideo: Prävention in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Prävention von sexualisierter Gewalt – ein Thema, das Beklemmungen auslöst. Wo kommt sexualisierte Gewalt vor? Wer sind die Opfer, die Täter? Woran kann man sexualisierte Gewalt erkennen? Wie soll man dagegen vorgehen? Das Informationsvideo gibt Antworten.