Die Diözese Rottenburg-Stuttgart engagiert sich für einen besseren Schutz vor sexuellem Missbrauch.

Willkommen auf der Seite der Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz!

Hier finden Sie Informationen zur Prävention von sexuellem Missbrauch in unserer Diözese und darüber hinaus. Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene sollen in unseren Gemeinden und Einrichtungen einen sicheren Ort erleben. Viele Haupt- und Ehrenamtliche in Gemeinden und Einrichtungen arbeiten täglich an diesem Ziel. Wir haben uns auf diesen Verhaltenskodex verpflichtet.

Wenn Sie meinen, dass der Schutz von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen aktuell oder in der Vergangenheit nicht gelungen ist, teilen Sie uns dies bitte mit! Hier finden Sie Hilfe und die Ansprechpersonen der Diözese.

Verpflichtende Präventionsfortbildungen gestartet

Mit einem neuen Gesetz und vielen Ressourcen hat die Diözese ein Programm gestartet, mit dem bis Ende 2023 viele tausend haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende, die für Kinder und Jugendliche sowie für schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene verantwortlich sind, verpflichtend über sexuellen Missbrauch und Präventionsmöglichkeiten fortgebildet werden sollen. Leider hat die Corona-Pandemie den Start des Programms ausgebremst. Trotzdem konnten bereits Fortbildungen stattfinden und werden weitere geplant. Ein Pool von mehr als 50 Referentinnen und Referenten steht dazu bereit.

Das Bischöfliche Gesetz über Fortbildungen zur Prävention von sexuellem Missbrauch, das am 04. November 2019 in Kraft getreten ist, regelt die Anforderungen, Zuständigkeiten und Ressourcen genau. Bis Ende 2023 sollen alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die direkt oder indirekt für Kinder und Jugendliche oder schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene verantwortlich sind, an einer „Basis-Fortbildung“ über sexuellen Missbrauch und Prävention teilgenommen haben.

Dies geschieht in drei Formaten (6 Stunden, 3 Stunden oder 1,5 Stunden), abhängig von der Nähe zu den Schutzbefohlenen in der Arbeit oder der Größe der Verantwortung für sie.

Hierfür stellt die Diözese 1,2 Millionen Euro für Honorare und weitere Zuschüsse bereit.

Die Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz und weitere beauftragte Stellen vermitteln den Trägern fachlich qualifizierte Personen für die Fortbildungsveranstaltungen. Für Kirchengemeinden, Dekanate und Verwaltungszentren ist eine Handreichung erschienen, wie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fort- und Weiterbildung Fortbildungen organisiert werden. Weitere Informationen dazu finden Sie im Mitarbeiterportal der Diözese, in der offenen Gruppe "Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz".

Nach den Basis-Fortbildungen müssen alle Mitarbeitenden im Abstand von fünf Jahren an einer Auffrischungs- oder Vertiefungsfortbildung nach eigener Wahl teilnehmen. So wird verankert, dass die Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch und Präventionsmaßnahmen nachhaltig wirkt.

"Anrufen hilft!" Kinderschutz in Zeiten von Corona

Unser Zusammenleben wird nach wie vor durch die Corona-Krise durcheinander gerüttelt. Für Kinder und Jugendliche, die von sexuellem Missbrauch betroffen oder bedroht sind, kann die Einschränkung der Betreuung in Einrichtungen und Schulen und die gleichzeitige Ausweitung der digitalen Kommunikation Chancen und Risiken bedeuten. Sie brauchen – wie immer – Erwachsene, die sich für ihren Schutz verantwortlich fühlen.

Kinder, die bisher in einer Einrichtung, in Schule oder Freizeitaktivitäten sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren, finden vielleicht jetzt den Mut, sich jemandem anzuvertrauen – allerdings vermutlich vorsichtig und vielleicht nur verschlüsselt. („Der/die … ist manchmal so komisch.“) Für eine Mutter oder einen Vater kann das ein Schock sein.

Häufig findet sexueller Missbrauch aber auch innerhalb der Familie statt. Diese betroffenen Kinder und Jugendlichen waren im Lockdown dem Täter oder der Täterin stärker ausgeliefert.

Möglicherweise schicken Betroffene bei kurzen Begegnungen oder auf digitalen Wegen Signale, dass es ihnen nicht gut geht. Bitte gehen Sie darauf ein und zeigen Sie, dass Sie für das Kind/ den Jugendlichen da sind!

Alle Vertrauenspersonen sollten folgende Grundregeln beachten:

  • Ruhe bewahren und nicht überstürzt handeln!
  • Aufmerksam zuhören und die Aussage des Kindes ernst nehmen.
  • Die Botschaften geben: „Du bist nicht schuld. Gut, dass du dich mitgeteilt hast!“
  • Keine unerfüllbaren Versprechen geben.
  • Kurz und sachlich notieren: Wer sagt oder tut was in welcher Situation?
  • Weitere Schritte mit dem Kind besprechen.
  • Keine Informationen an die/den Verdächtigte/n geben!
  • Eigene Grenzen achten und sich selbst Hilfe holen.

"Kein Kind alleine lassen!"
Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, und sein Team haben die Website www.kein-kind-alleine-lassen.de gestartet. Hier finden Kinder und Jugendliche direkten Kontakt zu Beratungsstellen und auch Erwachsene bekommen Informationen, was sie bei sexueller und anderer familiärer Gewalt in der Corona-Krise tun können.

Weitere Hilfen für Betroffene und Vertrauenspersonen gibt es per Telefon und im Internet:

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch 0800 22 555 30
www.save-me-online.de

Auch Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt sind telefonisch und online erreichbar. Die Liste der Beratungsstellen auf dem Gebiet der Diözese Rottenburg-Stuttgart finden Sie hier.

 

  • Die Täter*innen im Internet haben es aktuell besonders leicht. In Chats und Foren erschleichen sie sich das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen. Fast jeder 2. Jugendliche wird im Internet sexuell angemacht.
    Gute Informationen und hilfreiche Tipps zum Schutz der Minderjährigen im Internet finden Sie auf der Seite von „Innocence in Danger e.V.“.

     
  • Personen mit sexuellen Phantasien gegenüber Kindern oder zu Gewalttaten neigende Personen, die nicht übergriffig werden wollen, können die

    Bundesweite kostenfreie Hotline der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. nutzen:
    0800 70 222 40 (Montag bis Freitag, jeweils 9.00-18.00 Uhr)
    www.bevor-was-passiert.de
     

  • Kinder und Jugendliche finden auf der Seite grenzenzeigen.de des Bistums Trier Informationen über ihre Rechte und Hilfemöglichkeiten.

 

Was ist sexueller Missbrauch? Was kann ich tun?

Wo kommt sexualisierte Gewalt vor? Wer sind die Opfer, die Täter? Woran kann man sexualisierte Gewalt erkennen? Wie soll man in der Diözese Rottenburg-Stuttgart dagegen vorgehen? Das Informationsvideo gibt Antworten.

Buch "Machtmissbrauch in der katholischen Kirche. Aufarbeitung und Prävention sexualisierter Gewalt."

Dieses Buch, herausgegeben von Prof. Dr. Julia Gebrande (Esslingen) und Claudia Bowe-Traeger (Hildesheim), beinhaltet eine Sammlung von Texten, die sich mit sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche aus unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen. Es kommen sowohl Betroffene als auch Expert*innen von innerhalb und außerhalb der Kirche zu Wort. Sabine Hesse beschreibt in ihrem Beitrag die Entwicklung und Herausforderungen der kirchlichen Präventionsarbeit.

Weitere Beiträge von Julia Gebrande, Claudia Bowe-Traeger, Peter Mosser und Gerhard Hackenschmied, sowie Matthias Pulte.

Auch das ist Prävention!

Hier haben wir einige Empfehlungen zum Nachlesen und Nachmachen gesammelt. Weisen Sie uns gerne auf weitere Beispiele guter Praxis hin!