Die Diözese Rottenburg-Stuttgart engagiert sich für einen besseren Schutz vor sexuellem Missbrauch.

Willkommen auf der Seite der Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz!

Hier finden Sie Informationen zur Prävention von sexuellem Missbrauch in unserer Diözese und darüber hinaus. Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene sollen in unseren Gemeinden und Einrichtungen einen sicheren Ort erleben. Viele Haupt- und Ehrenamtliche in Gemeinden und Einrichtungen arbeiten täglich an diesem Ziel. Wir haben uns auf diesen Verhaltenskodex verpflichtet.

Bischof Dr. Gebhard Fürst:
„Als Kirche tragen wir eine besondere Verantwortung für die jungen Menschen und alle Schutzbefohlenen, die uns anvertraut sind. In der Nachfolge Jesu hat die Kirche den Auftrag zu heilen, zu versöhnen und dazu beizutragen, dass das Leben gelingt. Denn zu unserem Heil hat Jesus Christus gelebt, ist gestorben und auferstanden. Eine gute Präventionsarbeit kann dazu beitragen, dass wir dieser Verantwortung intensiv nachkommen. Sie ist die Grundlage, dass sich die schrecklichen Taten der Vergangenheit in Zukunft nicht wiederholen.”
(Aus der Präambel der Präventionsordnung der Diözese Rottenburg-Stuttgart 2015)

Wenn Sie meinen, dass der Schutz von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen aktuell oder in der Vergangenheit nicht gelungen ist, teilen Sie uns dies bitte mit! Hier finden Sie Hilfe und die Ansprechpersonen der Diözese.

"Wenn der Wind der Veränderung weht ..." Sexueller Missbrauch als Herausforderung für die Katholische Kirche

Fachtagung am 01. Juli 2019

Die 2018 veröffentlichte „MHG-Studie“ über sexuellen Missbrauch durch Kleriker hat grundsätzliche Veränderungen an Strukturen, Überzeugungen und Lebensmodellen angemahnt, um die Kirche zu einem Ort zu machen, an dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene immer besser vor Übergriffen geschützt sind. Diese Tagung - veranstaltet vom Diözesanen Präventionsnetzwerk gemeinsam mit der Akademie der Diözese - wird Veränderungsbedarf benennen und in Bezug auf verschiedene Felder kirchlicher Arbeit lösungsorientiert diskutieren. Die aktuelle Kirchenkrise soll als Chance für zukunftsfähige Veränderungen begriffen und gestaltet werden.
Es erwarten Sie Vorträge von Prof. Dr. Harald Dreßing (Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim, Verbundkoordinator der MHG-Studie) und Dr. Barbara Haslbeck (Fort- und Weiterbildung Freising mit Forschungsschwerpunkt zu Missbrauch und Religiosität).

In verschiedenen Workshops werden am Nachmittag Fragen zu Macht, Sexualität und professioneller Beziehung als Fach- und Führungskraft thematisiert, sowie weitere Themen aus der Präventionsarbeit in Kirchengemeinden, Jugendarbeit, Jugendhilfe, Pflege, Kindergarten und Schule angesprochen.
Auch hierfür stehen namhafte ExpertInnen bereit: Rosa Budziat, Julia Gebrande,  Peter Hundertmark, Ursula Immenschuh, Klaus Mertes, Birte Petersen, Michael Schüssler sowie eine Mitarbeiterin von „Prävikibs“ (München).

Programm zum Download und Link zur Anmeldung

 

"Wenn der Wind der Veränderung weht ..." Institutionelle Schutzkonzepte als eine Antwort auf die Herausforderung durch sexuellen Missbrauch

Erstes Diözesanes Präventionsforum am 02. Juli 2019

Zum Präventionsforum sind alle Mitarbeitenden eingeladen, die in Gemeinden, Dekanaten oder Einrichtungen der Diözese den Auftrag übernommen haben, Prävention von sexuellem Missbrauch vor Ort zu gestalten. An diesem Tag stehen die Vernetzung miteinander und das Lernen voneinander innerhalb der Diözese im Vordergrund.

Einen weiterführenden Impuls wird der Fachvortrag von Mary Hallay-Witte zum Profil einer Präventionsfachkraft/ Ansprechperson geben.

Ausgewählte Einrichtungen stellen auf einem "Marktplatz" ihre Schutzkonzepte vor. Weiterhin werden Ergebnisse des Pilotprojekts "Institutionelle Schutzkonzepte gegen sexuellen Missbrauch in Seelsorgeeinheiten"  vorgestellt und das Projekt damit abgeschlossen werden.

Programm zum Download und Link zur Anmeldung

MHG-Studie und Reaktionen

Die Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) wurde am 25. September 2018 veröffentlicht. Sie enthält eine Fülle von Informationen und Hinweise auf Veränderungsbedarf in der katholischen Kirche. (Den gesamten Bericht, eine Zusammenfassung und verschiedene Dokumente in diesem Zusammenhang finden Sie hier auf der Homepage der Deutschen Bischofskonferenz.)

Zur Präventionsarbeit halten die ForscherInnen u.a. fest:

"Die Bemühungen der katholischen Kirche um eine gute Präventionsarbeit sind zu begrüßen und können in Teilen als Modell für andere Institutionen dienen." (S. 13)

Aber auch:

"Insofern erscheint eine strukturelle und quantitative Aufwertung der Funktion der Präventionsbeauftragten notwendig. Auch der Ausbau partizipativer Ansätze und der verstärkte Einbezug von Betroffenen in die Präventionsarbeit erscheinen geboten. Diese Aufgabengebiete sind als übergreifende Thematiken aller relevanten Hierarchieebenen der Diözesen und der katholischen Kirche zu begreifen und nicht als alleiniges Verantwortungsgebiet der Präventionsbeauftragten.
Insbesondere dürfen bisherige anerkennenswerte Bemühungen auf dem Feld der Präventionsarbeit nicht als Alibi genutzt werden, um die Auseinandersetzung mit strukturspezifischen Themen der katholischen Kirche, die für sexuelle Missbrauchshandlungen von Klerikern bedeutsam sind, zu überdecken oder zu vermeiden." (S. 210)

Reaktionen auf die Studie aus unserer Diözese:

* Der Diözesanrat beschäftigte sich in seiner Sitzung am 29./30. März 2019 mit Konsequenzen für die Diözese und beschloss ein umfangreiches Paket an Empfehlungen. Wesentliche Impulse in der Diskussion brachten vier externe BeraterInnen ein, u.a. Kerstin Claus vom Betroffenenrat beim Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung.
Hier die Empfehlungen im Wortlaut.

* Diözesanjugendseelsorger Markus Scheifele äußert sich im "Querschnitt" 1/2019 des BDKJ (Leseprobe "Standpunkt Missbrauch"): "Bei den vielen Äußerungen zum sexuellen Missbrauch in der Kirche in den letzten Wochen und Monaten stelle ich mir stets dieselbe Frage: Was will die Kirche eigentlich? Anstatt den Glauben den Menschen nahezubringen, versucht sie ihre Strukturen und damit einhergehende Machtposition zu verteidigen."

* Ordinariatsrätin Dr. Irme Stetter-Karp schreibt in der Zeitschrift "neue caritas" 19/2018 unter der Überschrift "An die Strukturen gehen":
"Wir wissen aus der Aufarbeitung der Heimerziehung: Die Zeit heilt keine Wunden. Das ist schmerzlich anzuerkennen. Doch wer jetzt die Augen vor der Wirklichkeit verschließt, läuft Gefahr, die Zukunft zu verspielen. Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde."

* Pfarrer Stefan Spitznagel schreibt im Gemeindebrief der Kirchengemeinde Zur Heiligen Familie, Marbach: "Als Pfarrer schäme ich mich für unsere Amtskirche." Hier sein Kommentar zu den innerkirchlichen Ursachen des sexuellen Missbrauchs und möglichen Perspektiven.

* Die Aktionsgemeinschaft Rottenburg, eine Priestersolidaritätsgruppe in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, hat am 26.10.2018 einen Brief an Bischof Dr. Fürst und den Diözesan- und Priesterrat verfasst, in dem sie schreibt: "Wir sehen in erster Linie drei Bereiche, in denen dringend etwas geschehen sollte:
- die Machtstruktur in unserer Kirche samt der fehlenden Gewaltenteilung,
- die Frage der Zugangswege zum kirchlichen Amt,
- die Frage der Bewertung der Homosexualität."

* Pfarrer Paul Schobel: "Anstöße" im SWR am 22.10.2018:
https://www.kirche-im-swr.de/?page=manuskripte&id=27412

* Pfarrer Thomas Steiger: "Sonntagsgedanken" im SWR am 21.10.2018:
https://swrmediathek.de/player.htm?show=5f7cc990-d500-11e8-9a07-005056a12b4c

* Der Stadtdekan von Stuttgart, Dr. Christian Hermes, äußerte sich am 09.10.2018 in einem Interview:
https://www.kath-kirche-stuttgart.de/service/journal/detail/verantwortung-darf-nicht-weiter-verschleiert-und-spiritualisiert-werden/

* Priester und das pastorale Personal im Dekanat Reutlingen äußern Mitgefühl für die Opfer und Sorge um die enttäuschten Gläubigen und fordern grundlegende Konsequenzen (27.09.2018):
https://dekanat-reutlingen.drs.de/aktuell/ansicht/news/detail/News/abscheuliche-verbrechen-9898.html

* Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart, forderte am 25.09.2018 neben achtsamem Umgang mit den Missbrauchsopfern und Prävention auch neue Machtstrukturen in der Kirche.  In seiner Sitzung am 28./29.09.2018 beschäftigte sich der gesamte Diözesanrat mit der Studie.

* Informationen der Präventionsbeauftragten Sabine Hesse zur Präventionsarbeit der Diözese Rottenburg-Stuttgart beim Pressegespräch am 17.09.2018

 

100% für Beratung!

In Deutschland gibt es ca. 350 Fachberatungsstellen, die auf das Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend spezialisiert sind. Die Mitarbeiter*innen dort unterstützen, begleiten und beraten viele Betroffene auf ihrem Weg und leisten unverzichtbare Arbeit, oft auch in der Prävention. Doch viele arbeiten unter unsicheren Bedingungen und notwendige Gelder fehlen. Deswegen unterstützen wir die Kampagne „100% für Beratung!“

Fundstücke rund um sexuellen Missbrauch und Prävention

Einfach mal auf neue Ideen kommen? Hier haben wir einige Empfehlungen zum Nachlesen und Nachmachen gesammelt.

Informationsvideo: Prävention in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Prävention von sexualisierter Gewalt – ein Thema, das Beklemmungen auslöst. Wo kommt sexualisierte Gewalt vor? Wer sind die Opfer, die Täter? Woran kann man sexualisierte Gewalt erkennen? Wie soll man dagegen vorgehen? Das Informationsvideo gibt Antworten.