Aus Fehlern lernen

Wenn Hinweise auf sexuelle Gewalt geäußert werden, dann müssen Verantwortliche daraus Konsequenzen ziehen. Wichtig ist, für bedarfsgerechte Hilfen zu sorgen: für einzelne Betroffene, ihre Angehörigen und Gruppen, und auch für die Einrichtung. Der Bereich muss sich auf eine solche tertiäre (aufarbeitende) Prävention vorbereiten, damit in einer Krise weitgehende Handlungssicherheit besteht. Dies kann Opfern dadurch helfen, dass die individuellen Folgen frühzeitig behandelt und so Heilungschancen verbessert werden. In Hinsicht auf den Bereich, in dem es zu sexueller Gewalt kommt („irritiertes System“) kann nachhaltige Aufarbeitung dazu beitragen, dass das betroffene System wieder stabilisiert und handlungsfähig wird, und dass aus dem Vorfall Folgerungen für die zukünftige Verbesserung des Schutzes von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen gezogen werden.

Ein offenes Umgehen mit dem schmerzlichen Scheitern, das jedes Delikt sexualisierter Gewalt beinhaltet, ist nicht leicht. Eine nachhaltige Aufarbeitung erfordert Zeit und Kraft. Aber nur was analysiert und besprochen wird, kann dazu beitragen, Fehler nicht zu wiederholen. Schweigen hilft nur, die Täter und Täterinnen zu decken. Insbesondere bei sexuellen Übergriffen durch Kinder und Jugendliche wird eine gute pädagogische Aufarbeitung auch empfohlen, um „Täterkarrieren“ zu verhindern.

Eine Fehlerkultur wird so ein bedeutsamer Teil von Qualitätsmanagement, das für Jugendhilfeeinrichtungen auch gesetzlich in § 79a SGB VIII verankert ist.

Was zu tun ist

  • „Notfallplan“ entwickeln
  • Unterstützungssysteme benennen

Geltende Notfallpläne:

Hier der Leitfaden für Kindergärten "Sicher handeln bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch Mitarbeitende", der in weiten Teilen auch auf andere Arbeitsbereiche der kirchlichen Arbeit anzuwenden ist.

Hier der Notfallplan des Bischöflichen Jugendamts/BDKJ: Verfahren bei sexualisierter Gewalt durch Ehrenamtliche .

Andocken an

  • Konfliktmanagement
  • Krisenintervention
  • Beratung für irritierte Systeme

Beratung

Zur nachhaltigen Aufarbeitung in kirchlichen Einrichtungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart stehen BeraterInnen für irritierte Systeme zur Verfügung. Die Vermittlung erfolgt über das