Verhaltenskodex - Eindeutige Regeln

Damit Prävention wirksam werden kann, ist es notwendig, sich eindeutig gegen sexuellen Missbrauch und Grenzübergriffe zu positionieren und dies nach innen und außen deutlich zu machen. Klare Regeln bezüglich eines grenzachtenden Umgangs mit den anvertrauten Mädchen, Jungen und Erwachsenen geben eine größere Handlungssicherheit für alle Beteiligten.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat einen allgemeinen Verhaltenskodex für verbindlich erklärt, der für alle gilt und zu unterschreiben ist. Mitarbeitende in der Arbeit mit „kleinen und großen“ Schutzbefohlenen verpflichten sich damit, die ihnen Anvertrauten vor Übergriffen zu schützen und ihre Rechte zu achten. Sie erklären sich zu Fortbildungen bereit und machen sich mit Beratungsmöglichkeiten und Verfahrenswegen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart vertraut.

Verhaltensregeln können aber auch gezielt für einen konkreten Arbeitsbereich entwickelt werden, z.B. eine Kita, die Sternsinger-Aktion oder eine Jugendfreizeit. Dann geschieht eine Verständigung darüber, was die Beteiligten als Grenzverletzungen empfinden und welches Verhalten sie sich wünschen. So wächst die Kultur des achtsamen Miteinanders „von unten“.

Mit ihrer Unterschrift bestätigen Mitarbeitende, dass sie verstanden haben, dass der Dienstgeber bzw. die Einsatzstelle diesen Verhaltenskodex verpflichtend macht, und sie verpflichten sich ihrerseits, für die Einhaltung des Verhaltenskodex in ihrer Arbeit mit Sorge zu tragen.

Wichtig ist, dass der Verhaltenskodex öffentlich gemacht wird. Er muss bei den Aktiven und bei den Kindern, Jugendlichen, erwachsenen Schutzbefohlenen und deren verantwortlichen Bezugspersonen bekannt sein. Er sollte regelmäßig ins Bewusstsein gerufen werden und darf dabei selbstverständlich auch weiter entwickelt werden.