Weiterbilden

Bei sexuellem Missbrauch nutzt der Täter/ die Täterin ein Machtgefälle und das Vertrauen seines Opfers und seiner Umgebung aus. Um den typischen Täterstrategien den Boden zu entziehen, ist es notwendig, dass alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen fortgebildet werden und dies verstehen. Dies muss schon in der Ausbildung beginnen und sich – je nach Art, Dauer und Intensität der Aufgaben – während der Mitarbeit fortsetzen.
Vermittelt werden grundlegende Kenntnisse über sexuellen Missbrauch, Prävention und das institutionelle Schutzkonzept. Inhalte der Schulung sind auch rechtliche Grundlagen sowie der Umgang mit Krisensituationen. Kinder- und Jugendschutz, der Schutz aller Anvertrauten sowie Achtsamkeit und Verantwortung werden als Dauerthemen etabliert. Im Fortbildungsprogramm für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen regelmäßig Angebote aufgenommen werden, in denen die Sachkenntnisse aufgefrischt oder vertieft werden können. Führungskräfte erwerben Kompetenzen, um mit schwierigen Mitarbeitenden umgehen und Krisensituationen bewältigen zu können.

Auch Bildungsangebote für Eltern und Stärkungsprogramme für Kinder und Jugendliche sind Bestandteil der Prävention.

Prävention von sexuellem Missbrauch ist ein außerdem Querschnittsthema, das an viele Themen angeschlossen werden kann, z.B. Kommunikation, Nähe/Distanz, Sexualpädagogik und vieles mehr.

Verpflichtende Präventionsfortbildungen

Mit einem bischöflichen Gesetz und vielen Ressourcen hat die Diözese ein Programm gestartet, mit dem viele tausend haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende, die für Kinder und Jugendliche sowie für schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene verantwortlich sind, verpflichtend über sexuellen Missbrauch und Präventionsmöglichkeiten fortgebildet werden sollen. Leider hat die Corona-Pandemie den Start des Programms ausgebremst. Trotzdem konnten bereits Fortbildungen stattfinden und werden weitere - vor allem dezentral - geplant. Ein Pool von mehr als 50 Referentinnen und Referenten steht dazu bereit.

Das Bischöfliche Gesetz über Fortbildungen zur Prävention von sexuellem Missbrauch, das am 04. November 2019 in Kraft getreten ist (Kirchliches Amtsblatt 12/2019), regelt die Anforderungen, Zuständigkeiten und Ressourcen genau. Es gilt für die Diözese und ihre unselbständigen Einrichtungen, Dekanate, (Gesamt-) Kirchengemeinden und sonstigen ortskirchlichen Rechtspersonen und deren Einrichtungen. Es gilt nicht im Bereich des Caritasverbandes und sonstiger selbständiger Träger.
Bis Ende 2023 sollen alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die direkt oder indirekt für Kinder und Jugendliche oder schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene verantwortlich sind, an einer „Basis-Fortbildung“ über sexuellen Missbrauch und Prävention teilgenommen haben. Dies geschieht in drei Formaten (A3: 6 Stunden, A2: 3 Stunden oder A1: 1,5 Stunden), abhängig von der Nähe zu den Schutzbefohlenen in der Arbeit oder der Größe der Verantwortung für sie. Hierfür stellt die Diözese 1,2 Millionen Euro für Honorare und weitere Zuschüsse bereit.

Nach den Basis-Fortbildungen müssen alle Mitarbeitenden im Abstand von fünf Jahren an einer Auffrischungs- oder Vertiefungsfortbildung nach eigener Wahl teilnehmen. So wird verankert, dass die Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch und Präventionsmaßnahmen nachhaltig wirkt.

Die Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz und weitere beauftragte Stellen vermitteln den Trägern fachlich qualifizierte Personen für die Fortbildungsveranstaltungen. Für Kirchengemeinden, Dekanate und Verwaltungszentren ist eine Handreichung erschienen, wie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fort- und Weiterbildung Fortbildungen organisiert werden. Weitere Informationen und Materialien (z.B. eine Musterpräsentation) gibt es im Mitarbeiterportal der Diözese, in der offenen Gruppe "Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz".

Aktuelle Vorgaben für Online-Präventionsfortbildungen

Die aktuellen Vorgaben zur Durchführung von Online-Präventionsfortbildungen sind hier zu finden.